AGENDA 2035 | Wahlprogramm

Auf dieser Seite haben wir unsere AGENDA 2035 für Sie zusammengestellt.
Das komplette Programm können Sie auch als PDF-Dokument herunterladen.

1. Wofür die BFM-UBV steht

Die BFM-UBV Bürgerbewegung Für Morsbach versteht sich als unabhängige, sachorientierte und kommunal verwurzelte Wählergemeinschaft. Unser Name ist dabei bewusst gewählt: Wir engagieren uns parteifrei und ausschließlich zum Wohl der Gemeinde Morsbach – mit all ihren Ortsteilen und den Menschen, die hier leben. Als Zusammenschluss verantwortungsbewusster und politisch engagierter Bürgerinnen und Bürger setzen wir auf Dialog, Bürgernähe und praktische Lösungen statt parteipolitischer Vorgaben oder ideologischer Scheuklappen. Wir treffen unsere Entscheidungen unabhängig von parteiinternen Zwängen, persönlichen Abhängigkeiten oder äußeren Einflüssen – allein geleitet vom Gemeinwohl. Unsere politische Arbeit orientiert sich an den Grundwerten unserer Demokratie und am Grundgesetz. Für uns steht nicht die Partei im Mittelpunkt, sondern der Mensch und seine Lebenswirklichkeit vor Ort. Wir wollen Morsbach aktiv mitgestalten – verantwortungsvoll, zukunftsgerichtet und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern.

2. Arbeitsgrundsätze

Ziel der Politik der BFM-UBV ist die Vertretung Morsbacher Interessen ohne Beeinflussung, Bevormundung oder Abhängigkeit von außen und damit verbundenen Interessenkollisionen. Im Mittelpunkt steht dabei das Wohl der Bürgerinnen und Bürger und die nachhaltig positive Entwicklung unserer Gemeinde. Das Verfolgen der Bürgerinteressen ist damit sowohl Bewertungs- als auch Entscheidungskriterium für unser politisches Handeln.

Uns ist es wichtig, vor kommunalpolitischen Entscheidungen die Bürgerinnen und Bürger zu informieren und sie in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Dies erreichen wir durch Aktionen vielfältiger Art (Informationsschreiben, Unterschriftenaktionen, Informationsveranstaltungen, Befragungen, Hilfestellung in Einzelfällen usw.).

Unsere Internetseite www.bfm-morsbach.de ist dabei ein zentrales Kommunikationsinstrument. Dort sind unsere gesammelten Anträge, Anfragen, Stellungnahmen und Haushaltsreden im Gemeinderat sowie aktuelle Meldungen einzusehen. Auch haben Besucher die Möglichkeit, Nachrichten oder Anfragen an die BFM-UBV zu stellen.

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist Transparenz. Deshalb sind unsere Fraktionssitzungen grundsätzlich öffentlich. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind jederzeit eingeladen, an den Sitzungen teilzunehmen. So ermöglichen wir direkte Einblicke in unsere Beratungen, fördern den offenen Austausch und stärken das Vertrauen in kommunalpolitische Entscheidungen. Mitwirkung entsteht dort, wo man teilhaben darf – und das ist bei uns ausdrücklich gewünscht.

Weiteres maßgebliches Kriterium für die Arbeit der BFM-UBV ist die sachlich-professionelle Vorbereitung der in der Gemeinde sowie deren politischen Gremien zu treffenden Entscheidungen. Dies bedeutet sachliche Kompetenz der BFM-UBV für Entscheidungsinhalte der Gemeinde Morsbach. Durch Sachverstand von inner- und ggf. von außerhalb ist die sachgerichtete und persönlich verantwortete Professionalität sicherzustellen. Dabei sind getroffene Entscheidungen immer von Zeit zu Zeit zu hinterfragen und auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen.

Die vorstehenden Grundsätze stellen somit ein im Verständnis der BFM-UBV stimmiges Konzept kommunalpolitischer Arbeit dar.

3. Haushalts- und Finanzpolitik der Gemeinde

Faire Rahmenbedingungen für den ländlichen Raum
Die finanzielle Lage unserer Gemeinde ist von vielen Faktoren abhängig, auf die wir nur begrenzt Einfluss haben – etwa von der eigenen Steuerkraft, von Förderprogrammen sowie vom kommunalen Finanzausgleich durch Land und Bund. Insbesondere die sogenannte „Einwohnerveredelung“ im Gemeindefinanzierungsgesetz des Landes NRW führt dazu, dass ländliche Kommunen wie Morsbach im Vergleich zu Städten strukturell benachteiligt werden. Wir halten es für wichtig, diesen Umstand konstruktiv und sachlich zur Diskussion zu stellen – mit dem Ziel, faire und gleichwertige Rahmenbedingungen für alle Kommunen zu schaffen.

Verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Mitteln
Gleichzeitig liegt es in unserer Verantwortung, mit den vorhandenen Mitteln sorgfältig, transparent und zukunftsorientiert zu wirtschaften. Haushaltsentscheidungen sollen auf einer klaren Abwägung von Notwendigkeit, Nutzen und Nachhaltigkeit beruhen. Dabei braucht es nicht nur kurzfristige Überlegungen für das jeweilige Haushaltsjahr, sondern auch mittel- und langfristige Strategien, die kommende Generationen im Blick behalten.

Investitionen ganzheitlich betrachten
Investitionen müssen sorgfältig geplant und sinnvoll priorisiert werden. Dabei ist es unerlässlich, nicht nur die reinen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu betrachten, sondern auch die sogenannten Lebenszykluskosten mit einzubeziehen – also alle Folgekosten wie Wartung, Betrieb und mögliche spätere Erneuerung. Diese ganzheitliche Betrachtung ist entscheidend, um langfristig wirtschaftlich und verantwortungsvoll handeln zu können.

Instandhaltung als aktiver Vermögensschutz
Ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Finanzpolitik ist auch der vorausschauende Umgang mit der bestehenden Infrastruktur. Gemeindeeigene Gebäude und Einrichtungen – wie Kindergärten, Schulen, Verwaltungsgebäude, Straßen oder Plätze – müssen regelmäßig auf Reparatur- und Optimierungspotenzial hin überprüft werden. Ausgebliebene oder verzögerte Instandsetzungen führen häufig zu deutlich höheren Folgekosten. Kleinere Mängel entwickeln sich mit der Zeit zu umfangreichen Sanierungsfällen.

Wir setzen uns daher dafür ein, dass notwendige Instandsetzungen zeitnah erfolgen und Wartungsmaßnahmen systematisch geplant werden. So bleiben unsere öffentlichen Einrichtungen sicher, funktional und wirtschaftlich im Unterhalt – und unnötige Mehrkosten für künftige Haushalte können vermieden werden.

Ein Haushalt mit Verantwortung für morgen
Unser Ziel ist ein stabiler, generationengerechter und zukunftsfähiger Haushalt, der der Gemeinde die notwendigen Handlungsspielräume lässt – ohne unnötige Belastungen für morgen und ohne auf wichtige Investitionen in die Weiterentwicklung Morsbachs zu verzichten.

4. Wirtschaft & Arbeit

Gewerbeflächen strategisch entwickeln
Wir schaffen neue Gewerbeflächen, um Unternehmen Raum zu geben, ihre Betriebe zu gründen, auszubauen oder neu anzusiedeln. Damit sichern wir bestehende Arbeitsplätze und schaffen neue – direkt vor Ort. Ein zentrales Vorhaben ist das neue Gewerbegebiet unterhalb von Montaplast in Lichtenberg. Hier sollen rund 45.000 Quadratmeter nutzbare Fläche entstehen – ein wichtiger Schritt, um der anhaltend hohen Nachfrage nach Gewerbeflächen gerecht zu werden und Morsbach als Unternehmensstandort weiter zu stärken.

Parallel dazu sehen wir die beschlossene Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets in Lichtenberg als bedeutenden Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde. Diese Erweiterung schafft einem bereits ansässigen Großunternehmen die Möglichkeit, sich direkt vor Ort weiterzuentwickeln – ein klares Bekenntnis zum Standort Morsbach. So stärken wir nicht nur die wirtschaftliche Vielfalt, sondern sichern auch die langfristige Bindung bedeutender Arbeitgeber an unsere Region.

Unser Ziel ist es, die wirtschaftliche Basis in Morsbach krisenfester zu machen. Die jüngsten globalen Krisen haben deutlich gezeigt, wie verwundbar Gemeinden sind, wenn sie wirtschaftlich zu stark von einzelnen Branchen abhängig sind. Deshalb setzen wir auf Vielfalt: klassische Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen, neue Branchen und digitale Dienstleister sollen in Morsbach ein passendes Umfeld finden. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür – mit moderner Infrastruktur, flächendeckendem Breitbandausbau, einem attraktiven Wohnumfeld für Fachkräfte und einem Gewerbesteuerhebesatz, der wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht, statt sie zu bremsen.

Ansiedlung aktiv gestalten
Neben der Flächenentwicklung setzen wir auf eine gezielte Ansiedlungspolitik. Morsbach soll als moderner und nachhaltiger Wirtschaftsstandort sichtbar und attraktiv sein – nicht nur regional, sondern auch über die Gemeindegrenzen hinaus. Dafür wollen wir aktives Standortmarketing betreiben, auf Fachmessen präsent sein und Kooperationen mit wirtschaftsnahen Einrichtungen wie dem Gründer- und TechnologieCentrum Gummersbach, der TH Köln (Campus Gummersbach) und der Wirtschaftsförderung Oberberg stärken.

Unser Fokus liegt auf der Ansiedlung innovativer, wachstumsorientierter und nachhaltig wirtschaftender Unternehmen, die gut zu Morsbach passen und neue Arbeitsplätze schaffen. Eine enge Vernetzung zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen soll den Austausch fördern und die Entwicklung beschleunigen.

Bahnhofsumfeld, Festplatz und neue Entwicklungsperspektiven
Das sogenannte Bahnhofsumfeld ist eine der wichtigsten Entwicklungsflächen in Morsbach. Hier bietet sich die Chance, ein modernes, gemischt genutztes Quartier zu schaffen – mit Wohnraum, Dienstleistungen, gemeinschaftlichen Angeboten und – aus unserer Sicht – einem kommunalen medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Die Fläche ist unbebaut und steht für eine gezielte, qualitätsvolle Planung zur Verfügung.

Zusätzlich entsteht eine weitere Entwicklungsperspektive, falls der derzeitige Lidl-Markt auf diese Fläche umzieht. In diesem Fall würden der aktuelle Lidl-Standort und der angrenzende Festplatz frei werden und könnten gemeinsam weiterentwickelt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeinde die Möglichkeit zum Grundstückserwerb erhält – um eine abgestimmte Nutzung aus einer Hand zu ermöglichen.

Für diese zweite Fläche sehen wir kleingewerbliche Nutzungen wie Dienstleistungen, Handwerk oder Büroflächen vor. Einzelhandel ist dort ausgeschlossen. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass der traditionsreiche Morsbacher Karneval seinen Platz behält. Eine Fläche für das Festzelt der KG Morsbach soll daher dauerhaft gesichert und in die Planung integriert werden.

Die BFM-UBV setzt sich dafür ein, dass diese Entwicklung aktiv gesteuert und gemeinwohlorientiert gestaltet wird – mit städtebaulichem Anspruch, klaren Zielen und unter Einbindung der Öffentlichkeit. So entsteht ein neuer Raum für Wohnen, Versorgung, Begegnung und Zukunft.

Handwerk stärken – neue Arbeitsmodelle ermöglichen
Das Handwerk ist ein tragender Pfeiler unserer lokalen Wirtschaft. Es schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze, sorgt für regionale Wertschöpfung und ist aus dem täglichen Leben der Menschen nicht wegzudenken. In Morsbach ist das Handwerk tief verwurzelt – und das soll auch in Zukunft so bleiben. Als Gemeinde wollen wir es dort unterstützen, wo es in unserer Verantwortung liegt: als verlässlicher Ansprechpartner, als Koordinatorin, als Vermittlerin.

Ein fester Ansprechpartner in der Verwaltung ist bereits vorhanden – das ist gut so. Jetzt gilt es, diesen Service auszubauen und sichtbarer zu machen. Betriebe brauchen klare Wege, schnelle Auskünfte und einen Dialog auf Augenhöhe. Wir setzen uns dafür ein, dass Beratung und Unterstützung nicht kompliziert, sondern lösungsorientiert und nahbar sind – insbesondere bei Fragen zu Genehmigungen, Fördermitteln oder Entwicklungsmöglichkeiten.

Besonders am Herzen liegt uns die Wertschätzung des Handwerks. Es wird Zeit, dass handwerkliche Berufe wieder die gesellschaftliche Anerkennung erfahren, die sie verdienen – auch und gerade im Vergleich zum akademischen Weg. Nicht jeder muss studieren. Morsbach braucht gut ausgebildete, qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker – genauso dringend wie jede Hochschule neue Absolventen braucht.

Die bestehenden Kooperationen mit Schulen wollen wir deshalb gezielt weiterentwickeln. Wir möchten Jugendlichen schon früh vermitteln, dass das Handwerk nicht nur eine Alternative, sondern ein echter Karriereweg ist – mit Sinn, Perspektive und Zukunft. Praktika, gemeinsame Schulprojekte, lokale Ausbildungstage oder Einblicke in Betriebe sollen Teil dieses Weges sein. Schule und Wirtschaft müssen Hand in Hand arbeiten – und die Gemeinde kann diesen Dialog fördern und sichtbar machen.

Zugleich wollen wir neuen Formen von Arbeit Raum geben. Selbstständige, digitale Dienstleisterinnen und Dienstleister, Kreative oder kleine Teams arbeiten oft anders – flexibler, mobiler, digitaler. Co-Working-Spaces, temporäre Büros oder gemeinschaftlich nutzbare Räume können solche Strukturen unterstützen. Die Gemeinde kann helfen, diese Angebote mit anzustoßen, Impulse zu setzen und dabei zu unterstützen, dass moderne Arbeitsformen auch in Morsbach ihren Platz finden.

Unser Ziel ist ein wirtschaftliches Umfeld, das das Beste aus Tradition und Innovation zusammenbringt. In dem das Handwerk geschätzt wird – und neue Ideen willkommen sind.

Teilhaben an der Energiewende – als Standortfaktor für Gewerbe
Die Energiewende ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern längst ein wirtschaftlicher Standortfaktor – gerade für Gewerbe und Industrie. Unternehmen achten zunehmend auf eine sichere, planbare und nachhaltige Energieversorgung. Morsbach soll hier aktiv mitgestalten und gezielt Chancen nutzen, um sich wirtschaftlich gut aufzustellen und den Standort für zukunftsorientierte Betriebe attraktiv zu machen.

Wir setzen dabei nicht auf Eigenbetrieb großer Anlagen, sondern auf strategische Beteiligungen an regionalen Energieprojekten – etwa an Windkraftanlagen, Photovoltaikparks oder Energiegenossenschaften. Diese Beteiligungen können der Gemeinde zusätzliche Einnahmen bringen und die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen stärken. Sie verschaffen uns zudem Einfluss auf die Entwicklung und Integration solcher Projekte in unsere kommunale Planung.

Darüber hinaus wollen wir weiterdenken: Rund um solche Anlagen – insbesondere bei Windkraft – können neue Energielösungen entstehen, etwa in Form von kalten Nahwärmenetzen für Gewerbe- oder Neubaugebiete. In Verbindung mit Speichertechnologien wie Wärmespeichern oder Batteriesystemen lassen sich vor Ort gewonnene Energien effizient nutzen und intelligent steuern. Damit schaffen wir echte Standortvorteile – für ansässige Betriebe wie auch für Unternehmen, die sich neu in Morsbach ansiedeln wollen.

Wir sehen die aktive Beteiligung an regenerativen Energieprojekten als wirtschaftliches Zukunftsthema für unsere Gemeinde. Es geht dabei nicht nur um Klimaschutz, sondern um Energieverfügbarkeit, Versorgungssicherheit und die gezielte Entwicklung unserer Gewerbestandorte. So wird Morsbach Teil der Energiewende – mit wirtschaftlichem Mehrwert für alle.

5. Familie, Bildung & Betreuung

Kurze Wege – starke Schulen: Grundschulstandorte sichern
Wir stehen klar zum Beibehalt der drei Grundschulstandorte in Morsbach, Lichtenberg und Holpe. Die wohnortnahe Grundschule ist für viele Familien ein zentraler Faktor bei der Entscheidung, im Ort zu bleiben oder sich hier neu anzusiedeln. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Standorte zu sichern und gleichzeitig zukunftsfähig auszubauen.

Ein zentrales Projekt ist der geplante Umbau aller drei Grundschulen, um den ab dem 1. August 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung umzusetzen. Wir begrüßen ausdrücklich den bundesweiten Ausbau der Ganztagsangebote, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben unserer Zeit. Ganztagsangebote schaffen nicht nur Entlastung für Eltern, sondern fördern auch die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung der Kinder. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Chancengleichheit – unabhängig vom sozialen Hintergrund.

Wir lehnen die immer wieder aufkommenden Stimmen entschieden ab, die eine Schließung der Grundschulstandorte Holpe und Lichtenberg und eine vollständige Zentralisierung am Standort Morsbach fordern. Eine solche Maßnahme würde die Lebensqualität in den betroffenen Ortsteilen erheblich beeinträchtigen, das Vertrauen in eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik schwächen und die Bildungslandschaft dauerhaft verändern – ohne dass dadurch nennenswerte Einsparungen zu erwarten wären.

Die baulichen Anpassungen am Standort Morsbach wären äußerst kostenintensiv. Gleichzeitig ist mit einem deutlichen Anstieg der Schülerbeförderungskosten zu rechnen. Für die betroffenen Ortsteile hätte eine Zentralisierung auch soziale Folgen: Kinder würden ihren unmittelbaren Lebensmittelpunkt verlieren und müssten sich stärker auf den Zentralort orientieren. Damit droht der Verlust an Bindung zu den örtlichen Vereinen und zum sozialen Leben im eigenen Wohnumfeld – mit negativen Folgen für das dörfliche Gemeinschaftsleben.

Natürlich ist auch der Erhalt und die Modernisierung der dezentralen Standorte mit hohen Kosten verbunden. So sind für den geplanten Neubau der Grundschule Holpe rund 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Dem gegenüber stehen vom Land NRW bereitgestellte Mittel von lediglich 360.000 Euro für alle drei Standorte zusammen – ein Missverhältnis, das die zunehmende Schieflage zwischen kommunalen Aufgaben und finanzieller Ausstattung deutlich macht. Die Verantwortung für Bildung und Betreuung wird immer stärker auf die Kommunen verlagert, ohne dass gleichzeitig ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Damit dürfen wir nicht allein gelassen werden.

Musikschule stärken – Persönlichkeitsbildung fördern
Die Musikschule ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Morsbach – und mehr als ein außerschulisches Bildungsangebot. Musikalische Bildung fördert die Konzentration, das soziale Miteinander, das Selbstbewusstsein und die Ausdrucksfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Musik prägt die Persönlichkeit und eröffnet emotionale und kreative Zugänge zur Welt.

Der Fortbestand der Musikschule muss daher gesichert bleiben – sowohl personell als auch finanziell. Es bedarf einer stabilen Partnerschaft zwischen Verwaltung, Politik, Schulen und Bürgerinnen und Bürgern. Gleichzeitig sollte die Sichtbarkeit der Musikschule im öffentlichen Raum erhöht werden – etwa durch regelmäßige Auftritte, Kooperationen oder durch die stärkere Einbindung in das kulturelle Leben der Gemeinde. Die Musikschule verdient einen festen Platz in der Identität Morsbachs.

Spielplätze aufwerten – Orte der Begegnung sichern
Spielplätze gehören zu den wichtigsten Lernorten in der frühen Kindheit. Hier lernen Kinder laufen, klettern, sich durchzusetzen, Kompromisse zu schließen und Risiken einzugehen – kurz gesagt: alles, was sie später im Leben brauchen. Gleichzeitig sind Spielplätze auch soziale Räume, in denen sich Menschen aus verschiedenen Milieus begegnen – Eltern, Großeltern, Kinder, Betreuungspersonen. Diese Orte stiften Gemeinschaft und stärken das soziale Miteinander in unseren Ortsteilen.

Wir setzen uns für den dauerhaften Erhalt und die schrittweise Modernisierung aller gemeindlichen Spielplätze ein. Inklusive und sichere Spielgeräte, barrierefreie Zugänge und Aufenthaltsqualität für alle Generationen sollen künftig Standard sein. Dabei ist uns die Einbindung von Eltern, Kindern und ehrenamtlichen Spielplatzträgern besonders wichtig.

Die Spielplatzträger stehen jedoch immer wieder vor großen Herausforderungen. Teilweise müssen bereits sanierte Anlagen erneut instand gesetzt oder erweitert werden – häufig mit begrenzten Mitteln und viel ehrenamtlichem Einsatz. In Gesprächen mit Trägern wurde deutlich, dass die bisherigen Förderstrukturen nicht ausreichen, um dauerhaft Qualität zu sichern.

Wir setzen uns deshalb für einen festen jährlichen Haushaltsansatz in Höhe von 10.000 Euro für die Sanierung und Instandhaltung von Spielplätzen ein. Die Träger sollen dabei für geplante Maßnahmen eine Förderung von bis zu 75 Prozent der nachzuweisenden Gesamtkosten erhalten. Förderprogramme von Dritten bspw. LEADER-Förderung sind vorher zu prüfen. Die Koordination der Projekte soll in enger Abstimmung zwischen Verwaltung und Trägern erfolgen.

Kinderbetreuung ausbauen – flexibel und bedarfsgerecht
Die Nachfrage nach Kita-Plätzen entwickelt sich stetig weiter und muss kontinuierlich erfasst und analysiert werden, damit frühzeitig auf steigenden Bedarf reagiert werden kann. Die Gemeinde muss proaktiv handeln, um möglichst allen Kindern ein gutes Angebot machen zu können – unabhängig vom Einkommen oder sozialen Hintergrund der Eltern.

Zwar betreibt die Gemeinde selbst keine Kindertageseinrichtungen, ist jedoch als Eigentümerin vieler Kita-Gebäude und als zuständige Kommune in der Verantwortung, die baulichen Voraussetzungen für moderne, sichere und kindgerechte Betreuung zu gewährleisten. Diese Einrichtungen sind oft der erste Berührungspunkt junger Familien mit dem Ort – und damit eine Art Visitenkarte unserer Gemeinde.

Neben der Anzahl der verfügbaren Plätze rücken heute verstärkt auch die Qualität und Flexibilität der Betreuung in den Fokus. Berufstätige Eltern brauchen verlässliche Angebote mit flexiblen Betreuungszeiten, die sich an der Realität des Alltags orientieren. Hier wollen wir als Gemeinde im Dialog mit den freien Trägern und Einrichtungen unterstützend wirken, Potenziale aufzeigen und dabei helfen, passende Lösungen zu ermöglichen.

Bildung modern denken – Chancen sichern
Unsere Schulen in Morsbach leisten seit Jahren eine hervorragende Arbeit. Die hohe Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger der Leonardo da Vinci-Schule mit Q-Vermerk, das Engagement der Lehrkräfte sowie das breite schulische und außerschulische Angebot zeigen: Hier wird nicht nur unterrichtet, hier wird gefördert, begleitet und auf das Leben vorbereitet. Wir sind stolz auf die Qualität unserer Schulen – und stehen mit voller Überzeugung an ihrer Seite.

Mit dem Umbau des Schulzentrums zum Bürgercampus beschreiten wir in Morsbach einen zukunftsweisenden Weg. Dieser Campus wird mehr sein als ein Schulgebäude: Er wird ein Ort der Begegnung, der Bildung, der Kooperation. Schülerinnen und Schüler, Vereine, das Ehrenamt und weitere Initiativen erhalten hier Raum für Austausch, Entwicklung und gemeinsames Wirken. Ein solches Konzept stärkt nicht nur die schulische Bildung, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander in unserer Gemeinde.

Die begleitenden Investitionen in die Leonardo da Vinci-Schule und das Hallenbad unterstreichen, welchen Stellenwert Bildung, Bewegung und Gesundheit in Morsbach haben. Unser Schulstandort ist auf einem sehr guten Weg – das verdient Anerkennung und vor allem auch politische Unterstützung.

Damit unsere Schulen modern und zukunftsfähig bleiben, müssen wir kontinuierlich in die Weiterentwicklung investieren. Dazu gehören nicht nur gut ausgestattete Gebäude, sondern auch kluge Förderprogramme – insbesondere im Bereich der Digitalisierung, der Schulsozialarbeit und der Lernförderung. Wir wollen sicherstellen, dass die Chancen, die Landes- und Bundesprogramme bieten, in Morsbach konsequent genutzt werden. Die Voraussetzungen dafür sind da – und wir setzen uns dafür ein, dass unsere Schulen sie bestmöglich ausschöpfen können.

Unser Ziel ist klar: Wir wollen Schulen, die nicht nur funktional sind, sondern inspirierend – Orte, an denen junge Menschen gerne lernen, wachsen und sich entfalten. Morsbach hat dafür alle Voraussetzungen. Jetzt geht es darum, gemeinsam das Beste daraus zu machen.

Familien stärken – Beratung sichtbar machen
Familien brauchen mehr als Betreuungsplätze in Kita und Schule. Sie brauchen auch zentrale Anlaufstellen, die zuhören, beraten und unterstützen – ganz unkompliziert. In vielen Kommunen haben sich dafür Familienbüros bewährt: als niedrigschwellige Angebote zu Themen wie Erziehung, Bildung, Vereinbarkeit, Freizeit, Gesundheit oder Pflege.

Auch in Morsbach wird ein solches Familienbüro in Kürze eröffnet – ein wichtiger und richtiger Schritt, den wir ausdrücklich unterstützen.

Damit dieses Angebot wirklich wirkt, möchten wir dazu beitragen, dass es gut erreichbar, sichtbar und sinnvoll vernetzt wird – mit den bestehenden Beratungsstellen, aber auch mit Schulen, Kitas, medizinischen Angeboten und unserer vielfältigen Vereinslandschaft.

Denn Familienberatung ist mehr als Krisenhilfe – sie kann auch Orientierung geben, Chancen eröffnen und Gemeinschaft fördern. Wir setzen uns dafür ein, dass das Familienbüro auch aktiv über Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung informiert – und Vereine als wertvolle Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern sichtbar macht.

Unser Ziel ist klar: Zugänge erleichtern, Familien entlasten und die Lebensqualität in unserer Gemeinde stärken.

Teilhabe ermöglichen – Vereinsleben stärken
Kinder und Jugendliche brauchen Zugang zu Bildung, Bewegung, Kultur und Gemeinschaft – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. In Morsbach gibt es zahlreiche engagierte Vereine, Musikgruppen und Freizeitangebote, die nicht nur persönliche Entwicklung fördern, sondern auch das soziale Miteinander und das Ehrenamt stärken. Damit alle Kinder diese Angebote nutzen können, müssen wir sicherstellen, dass niemand aufgrund finanzieller Hürden ausgeschlossen wird.

Zwar sieht das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) grundsätzlich eine Unterstützung für Vereinsmitgliedschaften vor, allerdings ist der Zuschuss auf 15 Euro monatlich begrenzt und steht nur Familien zur Verfügung, die Sozialleistungen wie Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen. Für viele Familien ist das entweder zu wenig – oder schlicht nicht erreichbar. Hinzu kommt: Die Antragstellung ist oft kompliziert und wenig bekannt.

Wir wollen deshalb die Sichtbarkeit bestehender Hilfsangebote verbessern, die Antragstellung vereinfachen und zugleich dort unterstützen, wo BuT-Leistungen nicht ausreichen. Denkbar ist ein kommunales Zusatzprogramm, das in Kooperation mit den Vereinen Teilhabe ermöglicht – etwa durch ergänzende Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen, Ausrüstung oder Teilnahmegebühren bei Vereinsfahrten. So fördern wir nicht nur Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit, sondern auch die Nachwuchssicherung im Ehrenamt und im Vereinsleben.

Unser Ziel ist eine Gemeinde, in der alle Kinder teilhaben können – unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern. Denn wer Kindern echte Teilhabe ermöglicht, investiert in eine starke Zukunft für Morsbach.

6. Jugend, Kultur & Sport

Sportförderung und Vereinsleben stärken
Das gesellschaftliche Leben in Morsbach lebt von starken Vereinen. Sie sind das Rückgrat unserer Gemeinde und leisten unverzichtbare Arbeit im Sport, in der Kultur und im sozialen Miteinander. Dieses Engagement wollen wir gezielt fördern – finanziell, organisatorisch und ideell. Ein fester Ansprechpartner in der Verwaltung bleibt zentrale Anlaufstelle für alle Vereinsfragen, insbesondere für die Beratung und Unterstützung bei Fördermitteln. Die regelmäßige Ausschüttung von Mitteln, zum Beispiel durch die Kreissparkasse, wird fortgesetzt und soll fair und transparent gestaltet sein.

Zur Verbesserung des Austauschs zwischen den Vereinen wollen wir regelmäßige Vereins-Stammtische etablieren. Diese Treffen sollen dem Dialog mit der Verwaltung und dem Bürgermeister dienen, aber auch Raum bieten für die Entwicklung gemeinsamer Projekte und für gegenseitige Unterstützung. Gleichzeitig wollen wir die digitale Sichtbarkeit unserer Vereinslandschaft stärken. Auf der Gemeinde-Website soll eine moderne Plattform entstehen, auf der sich Vereine umfassend präsentieren können. Der bestehende Veranstaltungskalender wird überarbeitet, stärker beworben und regelmäßig gepflegt, um das vielfältige Engagement im Ort sichtbarer zu machen.

Anerkennung des Ehrenamts
Ehrenamtliches Engagement ist das Fundament unserer Gemeinschaft und verdient öffentliche Wertschätzung. Um diesen Einsatz sichtbar zu machen, wollen wir einen regelmäßigen Ehrenamtsempfang mit dem Bürgermeister etablieren, bei dem herausragendes Engagement in feierlichem Rahmen gewürdigt wird. Zusätzlich sollen engagierte Vereine, Gruppen oder Einzelpersonen regelmäßig über die Gemeindemedien sowie in den sozialen Netzwerken vorgestellt werden, um das vielfältige Ehrenamt in Morsbach ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Auch ein jährliches Vereinsfest in der Kulturstätte bietet allen Vereinen die Möglichkeit, sich mit Mitmachangeboten zu präsentieren, neue Mitglieder zu gewinnen und ihre Arbeit erlebbar zu machen. Ergänzend dazu sollen ehrenamtliche Vereinsbotschafterinnen und -botschafter helfen, neue Engagierte zu gewinnen – insbesondere in Schulen oder im Austausch mit Neubürgerinnen und Neubürgern.

Jugendbeteiligung aktiv fördern
Junge Menschen brauchen Räume und Strukturen, in denen ihre Stimme gehört und ihr Engagement ernst genommen wird. Wir wollen den Jugendrat als festes Beteiligungsformat stärken und seine Mitglieder durch pädagogische Begleitung und organisatorische Unterstützung fördern. Wichtig ist, dass Jugendliche nicht auf sich allein gestellt bleiben, sondern Wertschätzung und Rückhalt erfahren. Gemeinsam mit der Leonardo da Vinci-Schule und dem Jugendzentrum Highlight wollen wir ein tragfähiges Konzept entwickeln, das echte Mitbestimmung ermöglicht und Jugendlichen erlaubt, eigene Projekte umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.

Dorfgemeinschaftshäuser erhalten und weiterentwickeln
Dorfgemeinschaftshäuser sind in vielen Ortsteilen zentrale Treffpunkte für das soziale Miteinander. Wir wollen diese Häuser erhalten und bedarfsgerecht weiterentwickeln. Dabei ist uns bewusst, dass diese Einrichtungen nicht selbst von der Gemeinde betrieben oder finanziert werden können. Deshalb setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Trägervereinen und das Engagement der örtlichen Bevölkerung. Die Gemeinde soll diesen Projekten beratend und unterstützend zur Seite stehen. In Lichtenberg, wo absehbar über die Zukunft des katholischen Pfarrheims entschieden werden muss, vertrauen wir auf die Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger vor Ort – verbunden mit dem klaren Versprechen, dass wir als verlässlicher Partner zur Verfügung stehen.

Kultur stärken und Räume schaffen
Morsbach braucht eine lebendige Kulturstätte als zentralen Ort für Begegnung, Kreativität und größere kulturelle Veranstaltungen. Neben regelmäßigen Formaten wie Theater, Musik, Comedy oder Lesungen sollen auch moderne Veranstaltungsreihen und kreative Workshops Raum finden. Die Kulturstätte wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines vernetzten Kulturkonzepts, das weitere vorhandene Räume in Morsbach einbezieht.

Auch das Gertrudisheim und der Kulturbahnhof sollen in diese Strategie integriert werden. Die Objektmanagerin des Kulturbahnhofs soll künftig auch die Kulturstätte mit Leben füllen und durch ihre Erfahrung zur Belebung beider Orte beitragen. Ziel ist es, die vorhandenen personellen und organisatorischen Ressourcen gemeinsam zu nutzen und damit Synergien zwischen den Häusern zu schaffen. Gleichzeitig wird eine verstärkte Partnerschaft mit dem Trägerverein des Gertrudisheims angestrebt, um dort regelmäßig kulturelle und gesellschaftliche Formate anzubieten.

Morsbach verfügt über ausgezeichnete Veranstaltungsräume für unterschiedlichste Formate – von kleinen Lesungen bis hin zu größeren Bühnenveranstaltungen. Diese vorhandene Infrastruktur wollen wir stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken, besser koordinieren und konsequent nutzen. Unsere kulturellen Räume sollen lebendig, offen und zugänglich sein – für die gesamte Bürgerschaft, für Künstlerinnen und Künstler sowie für Vereine und Bildungseinrichtungen. So entsteht ein vielseitiges, generationenübergreifendes und dauerhaft tragfähiges Kulturangebot für die gesamte Gemeinde.

7. Gesundheit & Teilhabe

Sicherung der ärztlichen Versorgung (z. B. kommunales MVZ)
Ein zentrales strategisches Projekt unserer Gemeinde ist die Sicherung der medizinischen Versorgung. Wir stehen hier vor einer tiefgreifenden Veränderung, die entschlossenes und vorausschauendes Handeln erfordert. Bereits heute liegt der Versorgungsgrad im Planungsbereich Morsbach, Nümbrecht und Waldbröl bei nur 75,9 % – rund 9,5 Hausarztsitze sind unbesetzt. Das zeigt: Der Bedarf übersteigt das Angebot deutlich. Gleichzeitig steht eine altersbedingt bevorstehende Pensionierungswelle bevor. Ohne geeignete Nachfolge drohen Versorgungslücken, Patient:innen verlieren ihre Ärzt:innen, neue können nicht mehr aufgenommen werden.

Wir setzen uns daher für die Gründung eines kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ein. Dort arbeiten Ärztinnen und Ärzte in Anstellung – mit geregelten Arbeitszeiten, einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ohne unternehmerisches Risiko. Dieses Modell entspricht den Bedürfnissen junger Mediziner:innen und ist zudem wirtschaftlich tragfähig. Damit können wir die Attraktivität des Standorts Morsbach für medizinisches Fachpersonal nachhaltig steigern.

Ein kommunales MVZ ist keine kurzfristige Reaktion, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde. Es stärkt die Versorgungsstruktur langfristig und ist ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kommunen. Denn die ärztliche Versorgung ist ein harter Standortfaktor – für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen.

Nicht zu handeln ist keine Option. Morsbach braucht eine stabile, wohnortnahe Gesundheitsversorgung – jetzt und in Zukunft.

Mehr Sitzmöglichkeiten für Senioren & mobil Eingeschränkte
Barrierefreiheit bedeutet mehr als abgesenkte Bordsteine – sie beginnt im Alltag. Aktuell fehlt es in vielen Ortsteilen an einfachen Sitzgelegenheiten entlang von Wegen, auf Plätzen und an Bushaltestellen. Für ältere Menschen, Menschen mit Einschränkungen oder Familien mit kleinen Kindern sind kurze Pausen unterwegs wichtig – sie ermöglichen Selbstständigkeit, Teilhabe und mehr Lebensqualität.

Wir möchten dieses Thema gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften und Heimatvereinen angehen. Denn sie wissen am besten, wo Bänke sinnvoll und notwendig sind, wo Begegnung entsteht und welche Orte besonders frequentiert werden. Durch diese enge Zusammenarbeit können wir gezielt und effizient handeln – mit überschaubarem Aufwand, aber großem Nutzen für viele Menschen.

Mehr Sitzgelegenheiten sind ein Beitrag zu einem generationengerechten und inklusiven Morsbach.

8. Bauen, Wohnen & Ortsentwicklung

Wohnraum zukunftsfähig und flächenschonend entwickeln
Morsbach soll für alle Generationen lebenswert bleiben – deshalb setzen wir auf eine kompakte und nachhaltige Wohnraumentwicklung. Eine Neuausweisung von Wohnbauflächen ist aktuell nur in den allgemeinen Siedlungsbereichen Morsbach und Lichtenberg möglich. Um den Flächenverbrauch zu begrenzen, wollen wir den Fokus auf die Nutzung bestehender Baulücken, maßvolle Nachverdichtung und die Abrundung von Hofschaften legen.

Gleichzeitig beobachten wir, dass Wohnen und Arbeiten auf dem Land durch neue Arbeitsmodelle wie Home-Office wieder an Attraktivität gewinnt. Darauf wollen wir vorbereitet sein: Wir werden systematisch analysieren, welche Wohnbaupotenziale sich im Zentralort und insbesondere auch in den Außenorten heben lassen – und das unter Berücksichtigung des konkreten Bedarfs verschiedener Nachfragegruppen. Die Entwicklung soll dabei möglichst flächenschonend und ressourcensensibel erfolgen – etwa durch die Nutzung von Recyclingflächen, bestehender Infrastruktur und innerörtlicher Entwicklungsmöglichkeiten.

Ortskern stärken und beleben
Ein belebter Ortskern ist das Herz einer Gemeinde. In Morsbach hat dieser Bereich in den vergangenen Jahren deutlich an Lebendigkeit verloren. Unser Ziel ist es, ihn Schritt für Schritt wieder mit Leben zu füllen – als Ort der Begegnung, des Handels, der Kultur und des sozialen Miteinanders.

Dabei ist uns bewusst: Als Gemeinde können wir die Belebung nicht per Verordnung oder durch Zuschüsse erzwingen. Aber wir können unterstützen, vermitteln, initiieren – und genau das wollen wir tun. Ein zentraler Ansatz ist es, Vermieterinnen und Vermieter leerstehender Ladenlokale gezielt mit potenziellen Mieterinnen und Mietern zusammenzubringen. Wir sehen Potenzial insbesondere in Nutzungen, die das bestehende Angebot sinnvoll ergänzen: Gastronomie, kleine Handwerksbetriebe, soziale Dienstleistungen, kulturelle oder kreative Angebote. Unser Ziel ist ein ausgewogener Nutzungsmix, der nicht in Konkurrenz zu bestehenden Vollsortimentern oder Discountern steht.

Häufig diskutierte Förderprogramme können hier punktuell helfen – etwa bei Neugründungen oder besonderen Konzepten. Die Erfahrung zeigt aber auch: Nach Ablauf der Förderphase droht oft erneut Leerstand. Nicht selten wird ein Großteil der Miete zeitweise über Zuschüsse getragen – doch sobald diese enden, fehlt die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Deshalb setzen wir nicht allein auf Fördermittel, sondern auf tragfähige Ideen, realistische Geschäftsmodelle und ein starkes Netzwerk vor Ort.

Darüber hinaus wollen wir die Aufenthaltsqualität im Ortskern verbessern – durch gestalterische Maßnahmen wie Begrünung, Möblierung, barrierefreie Wegeführung oder kleine Treffpunkte. Hierzu können gezielt Förderprogramme des Landes oder Bundes genutzt werden, die wir als Gemeinde aktiv erschließen und kommunizieren wollen.

Wir verstehen die Stärkung des Ortskerns als Gemeinschaftsaufgabe – zwischen Verwaltung, Politik, Vermieterinnen und Vermietern, Gewerbetreibenden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Die Gemeinde wird sich dabei als verlässliche Ansprechpartnerin und Unterstützerin positionieren, um Ideen und Engagement bestmöglich zu bündeln.

Brocke-Areal in Lichtenberg mit Konzept entwickeln
Das Brocke-Areal in Lichtenberg befindet sich in einem städtebaulich sensiblen Bereich zwischen bestehender Wohnbebauung und gewerblicher Nutzung. Aus unserer Sicht bietet diese Fläche die Chance, ein neues, gut eingebettetes Wohnquartier zu entwickeln – nachhaltig, ortsverträglich und auf die tatsächlichen Bedürfnisse abgestimmt.

Für uns ist dabei klar: Ein Erwerb ohne vorherige inhaltliche Planung kommt nicht in Frage. Es bringt nichts, das Gelände zu kaufen und sich erst danach Gedanken über dessen mögliche Nutzung zu machen. Wir stehen für eine durchdachte, verantwortungsvolle Entwicklung. Deshalb wollen wir zunächst ein realistisches, zukunftsorientiertes Konzept erarbeiten und gleichzeitig prüfen, welche Förderprogramme des Landes oder Bundes für eine solche Transformation infrage kommen.

Das Ziel ist eine behutsame Umwandlung von einer gewerblich geprägten Fläche hin zu einem gemischten oder rein wohnbaulich genutzten Quartier. Die spätere Bebauung soll sich sinnvoll in die vorhandene Nachbarschaft einfügen, sozial ausgewogen und ökologisch tragfähig sein. Erst wenn klar ist, was dort entstehen kann, ob es finanzierbar ist und wie die Rahmenbedingungen gestaltet werden müssen, stellt sich die Frage eines möglichen Erwerbs durch die Gemeinde.

Wir verfolgen beim Brocke-Areal einen klaren Kurs: analysieren, planen, fördern – erst dann entscheiden. Schnellschüsse oder rein spekulative Käufe wird es mit uns nicht geben.

Differenzierte Grundsteuer B – fair und lenkend
Sobald rechtssicher möglich, setzen wir uns für differenzierte Hebesätze bei der Grundsteuer B ein. Ziel ist es, Wohngrundstücke gegenüber unbebauten oder gewerblich genutzten Grundstücken finanziell zu entlasten und gleichzeitig einen Anreiz zu schaffen, ungenutzte Flächen dem Wohnungsmarkt zuzuführen.

Eine solche Differenzierung bietet mehrere Vorteile: Sie entlastet Eigenheimbesitzer und Mieterhaushalte in einer wirtschaftlich angespannten Zeit, fördert die Mobilisierung von Bauland und stärkt die soziale Gerechtigkeit, da wirtschaftlich genutzte Grundstücke ihren höheren Ertrag auch steuerlich widerspiegeln. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Gewerbebetriebe die Grundsteuer als Betriebsausgabe steuerlich absetzen können – eine höhere Belastung wird somit relativiert.

Straßensanierung braucht Tempo – Bauhof als Schlüssel
Die Gemeinde Morsbach steht vor einem enormen Sanierungsbedarf ihrer Straßen. Das bestehende Straßenunterhaltungskonzept beziffert den Investitionsbedarf auf rund 40 Millionen Euro. Dieser Rückstand lässt sich mit dem bisherigen Tempo nicht abbauen. Wir wollen daher neue Wege gehen und die Leistungsfähigkeit des gemeindlichen Bauhofs gezielt ausbauen.

Unser Ziel ist es, den Bauhof organisatorisch so aufzustellen, dass einfache Sanierungsmaßnahmen – etwa das Abfräsen und Erneuern von Deckschichten – eigenständig durchgeführt werden können. So können wir Kosten reduzieren, Prozesse beschleunigen und sichtbare Verbesserungen in den Ortsteilen erzielen. Andere Kommunen machen es erfolgreich vor – wir wollen diesem Beispiel folgen.

Waldwege im Fokus – Infrastruktur auch im Grünen stärken
Auch unsere Waldwirtschaftswege verdienen mehr Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit der Forstbetriebsgemeinschaft soll die Gemeindeverwaltung ein Konzept erarbeiten, das den Zustand und Sanierungsbedarf dieser Wege systematisch erfasst und priorisiert. Mit einer transparenten Planung können Maßnahmen sinnvoll gebündelt und wirtschaftlich umgesetzt werden – für eine tragfähige Infrastruktur, die auch für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naherholung unverzichtbar ist.

Bauhof als Partner der Ehrenamtlichen
Die Dorfgemeinschaften und Vereine leisten unverzichtbare Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig gibt es Projekte, bei denen ehrenamtliches Engagement allein an seine Grenzen stößt – etwa, wenn technisches Gerät oder fachliche Unterstützung erforderlich ist. Deshalb möchten wir den Bauhof verstärkt als verlässlichen Partner und Unterstützer etablieren.

Ob bei Festen, bei kleinen Bauarbeiten an Dorfplätzen oder bei der Pflege öffentlicher Anlagen: Der Bauhof soll dort helfen, wo Hilfe gebraucht wird – pragmatisch, unbürokratisch und im Dialog mit den engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort.

Hitzeresiliente Orte durch Schattenmanagement
Die zunehmende Sommerhitze stellt gerade für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen eine echte Belastung dar. Öffentliche Plätze müssen daher so gestaltet sein, dass sie auch an heißen Tagen Aufenthaltsqualität bieten. Wir setzen uns für ein aktives Schattenmanagement ein – durch gezielte Baumpflanzungen, neue Sitzgelegenheiten in schattigen Bereichen und eine klimafeste Gestaltung von Plätzen und Wegen.

So schaffen wir nicht nur angenehme Rückzugsorte im Alltag, sondern setzen auch ein sichtbares Zeichen für die notwendige Anpassung an den Klimawandel – nachhaltig, sozial und vorausschauend.

9. Umwelt, Klima & Energie

Energiewende gemeinsam gestalten – im Dialog mit den Menschen
Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit – auch für die Gemeinde Morsbach. Sie kann jedoch nur gelingen, wenn wir sie gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten. Sorgen, Bedenken und Ängste dürfen dabei nicht übergangen, sondern müssen ernst genommen und aktiv in die Planungen eingebunden werden. Nur durch echten Dialog entsteht Vertrauen. So schaffen wir eine nachhaltige Energiezukunft, die ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert ist.

Ein Energiemix für Morsbach – Wind und Sonne
Wir setzen auf einen technologieoffenen Energiemix, der Solarenergie und Windkraft sinnvoll miteinander verbindet. Dabei legen wir Wert darauf, dass der Ausbau erneuerbarer Energien auf geeigneten Flächen erfolgt und sowohl die Umwelt als auch die Lebensqualität in den Ortsteilen berücksichtigt werden. Besonders sinnvoll ist die Nutzung bereits vorhandener Strukturen, etwa Dächer, versiegelte Flächen oder technisch erschlossene Gebiete.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Windkraft, da sie ein hohes und dauerhaftes Ertragspotenzial bietet. Windkraftanlagen, die auf dem Gebiet der Gemeinde Morsbach errichtet werden, können erheblich zur Verbesserung der kommunalen Finanzen beitragen – zum einen durch zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, zum anderen durch Beteiligungen im Rahmen des Bürgerenergiegesetzes. Dieses Potenzial kann jedoch nur gemeinsam mit den anliegenden Bürgerinnen und Bürgern gehoben werden. Wir befürworten Windkraft dort, wo sie gut geplant, nachvollziehbar begründet und transparent mit den Menschen vor Ort entwickelt wird. Diese gesellschaftliche Herausforderung kann nur gelingen, wenn wir sie im Einklang mit der Bevölkerung angehen.

Fördermodelle, Partnerschaften und regionale Vorteile
Um den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich zu unterstützen, wollen wir Fördermodelle entwickeln, die Investitionen auch für Privatpersonen attraktiv machen. Denkbar sind kommunale Zuschüsse oder Subventionen, etwa aus Erträgen der Windkraftbeteiligung, um die Installationskosten für Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen zu senken. Gleichzeitig möchten wir mit regionalen Banken zusammenarbeiten, um zinsgünstige Kredite für private und gewerbliche Energieprojekte bereitzustellen.

Auch die Zusammenarbeit mit Fachunternehmen aus der Region kann helfen, Vorhaben wirtschaftlich und technisch effizient umzusetzen. Wichtig ist dabei der Hinweis, dass die Gemeinde keine Fördergelder an bestimmte Anbieter binden darf, sondern neutral informieren muss. Dennoch möchten wir in diesem Rahmen auf unsere Morsbacher Unternehmen aufmerksam machen, die kompetente Ansprechpartner für Planung, Installation und Wartung sein können. So bleibt die Wertschöpfung in der Region und stärkt die lokale Wirtschaft.

Waldumbau – Verantwortung für unsere größte Klimaanlage
Mit einem Waldanteil von rund 44 Prozent der Gemeindefläche (2.482 Hektar) zählt Morsbach zu den waldreichsten Kommunen der Region. Doch dieser Wald ist durch Stürme, Dürreperioden und Borkenkäfer stark geschädigt. Gleichzeitig erfüllt er eine zentrale Funktion: Er speichert jährlich rund 27.000 Tonnen CO₂, schützt Böden und Wasser, bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen – und ist ein geschätzter Ort der Erholung für viele Bürgerinnen und Bürger.

Wir setzen uns deshalb für eine umfassende Fortschreibung und Weiterentwicklung des durch uns initiierten Wiederbewaldungskonzepts ein, das auf ökologische, klimatische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit abzielt. Dabei soll eng mit dem Oberbergischen Kreis, der Forstbetriebsgemeinschaft, den Kirchengemeinden als große Waldbesitzer und den vielen privaten Eigentümern zusammengearbeitet werden. Besonders wichtig ist uns, dass Waldbesitzende über Möglichkeiten, Fördermittel und klimastabile Baumarten informiert und untereinander vernetzt und unterstützt werden. Ziel ist ein klimastabiler, artenreicher Zukunftswald, der langfristig erhalten bleibt.

Morsbach soll blühen – für Mensch und Natur
Neben dem Wald setzen wir uns auch für eine artenfreundliche Gestaltung unserer Gemeinde ein. Mehr Blühflächen und Wildwiesen in allen Ortsteilen, naturnah gepflegte Gewässerränder, heimische Sträucher und insektenfreundliche Begrünung sind einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen, um die Biodiversität zu stärken. Morsbach soll bunter, lebendiger und grüner werden – nicht nur als Beitrag zum Umweltschutz, sondern auch als sichtbares Zeichen eines Ortes, der sich um seine natürlichen Lebensgrundlagen kümmert.

10. Mobilität & Infrastruktur

Grüne Wege – mehr als nur Radverkehr
Wir setzen uns für den Ausbau sogenannter „grüner Wege“ ein – sichere, naturnahe Verbindungen, die sowohl dem Alltagsverkehr als auch der Naherholung dienen. Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern soll damit ein attraktives, sicheres und umweltfreundliches Mobilitätsangebot gemacht werden. Unser Ziel ist es, sowohl die Ortsteile untereinander als auch Morsbach mit den Nachbargemeinden besser zu vernetzen – auf Wegen, die funktional und landschaftlich attraktiv zugleich sind.

1. Radweg Friesenhagen – Morsbach – Wissen
Diese überörtliche Verbindung ist aus unserer Sicht ein zentrales Zukunftsprojekt. Sie würde das Wissertal für Alltagsradverkehr und sanften Tourismus gleichermaßen erschließen – und Gemeinden über Länder- und Kreisgrenzen hinweg miteinander verbinden. Gerade für Berufspendler, Schülerinnen und Schüler sowie Freizeitaktive bietet diese Strecke eine große Chance – verkehrlich wie touristisch. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass dieses Projekt konkret geplant und durch Fördermittel unterstützt wird.

2. Radwegeverbindung Lichtenberg – Morsbach (L336)
Auch innerhalb der Gemeinde besteht dringender Handlungsbedarf. Besonders wichtig ist uns der Ausbau einer sicheren Radwegeverbindung zwischen Lichtenberg und dem Morsbacher Ortskern. Aktuell ist diese Strecke nur schwer mit dem Rad nutzbar – für Kinder, Familien und ältere Menschen sogar gefährlich. Wir fordern, dass eine Radverbindung entlang der L336 verbindlich in die Aus- und Umbauplanungen aufgenommen wird. Damit schaffen wir eine direkte, sichere und alltagstaugliche Verbindung, die auch innergemeindlich einen echten Beitrag zur Verkehrswende leistet.

3. Alte Bahntrasse Wissertalbahn – Tunnel als Erlebnisort
Ein besonderes Potenzial sehen wir in der ehemaligen Bahntrasse der Wissertalbahn. Gemeinsam mit der Stadt Waldbröl möchten wir prüfen, ob dort ein Rad- und Wanderweg entstehen kann. Ein zentrales Element ist der 758 Meter lange Tunnel in Kömpel – oft als Hürde gesehen, aus unserer Sicht aber eine große Chance.

Mit Lichtinstallationen, Infotafeln zur Geschichte der Wissertalbahn und sicherer Gestaltung kann der Tunnel zu einem echten Erlebnisraum werden. Damit würde nicht nur ein attraktiver Rad- und Wanderweg geschaffen, sondern auch ein touristisches Highlight mit Alleinstellungsmerkmal – und eine neue Verbindung zwischen den Kommunen Waldbröl und Morsbach.


Grüne Wege – für Lebensqualität und Bewegung
Wir möchten ein zusammenhängendes Wegenetz schaffen, das Morsbach klimafreundlich, sicher und lebendig macht. Grüne Wege sollen das Auto auf Kurzstrecken ersetzen, die körperliche Bewegung fördern und unsere Gemeinde auch für Touristen besser erlebbar machen. Dabei setzen wir auf ein hochwertiges, landschaftsangepasstes Erscheinungsbild – mit guter Wegweisung, Aufenthaltsqualität und sinnvollen Anschlüssen.

Dieses Netz wollen wir gemeinsam entwickeln: mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit Nachbarkommunen und mit Unterstützung durch Förderprogramme.

Ladeinfrastruktur als Grundlage für moderne Mobilität
Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch – das gilt auch für Morsbach. Der Wandel hin zur Elektromobilität gelingt jedoch nur, wenn auch die passende Infrastruktur vorhanden ist. Deshalb setzen wir uns für den gezielten Ausbau von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge im gesamten Gemeindegebiet ein. Ziel ist es, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste ihr Fahrzeug an wichtigen Punkten des Alltags verlässlich laden können – sei es am Rathaus, an Sportstätten, an Schulen, an Bürgerhäusern oder an stark frequentierten Plätzen im Ortskern.

Wir möchten Gespräche mit bestehenden und potenziellen Anbietern aufnehmen, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur aktiv voranzutreiben. Gerade auf privaten, halböffentlichen oder kommunalen Flächen sehen wir Potenzial für zusätzliche Lademöglichkeiten – auch in Kombination mit erneuerbaren Energien wie Photovoltaik. So schaffen wir eine zukunftsfähige Grundlage, die sowohl den privaten als auch den kommunalen Fahrzeugverkehr nachhaltig unterstützt.

Öffentlicher Nahverkehr, der für alle funktioniert
Gerade in einer ländlichen Gemeinde wie Morsbach ist ein gut organisierter öffentlicher Nahverkehr entscheidend für soziale Teilhabe, Klimaschutz und Lebensqualität. Wir setzen uns dafür ein, bestehende Angebote weiterzuentwickeln und neue, flexible Modelle zu prüfen. Besonders interessiert beobachten wir derzeit das On-Demand-Verkehrsprojekt des Oberbergischen Kreises – das sogenannte ÖPNV-Taxi. Eine Teilnahme Morsbachs an diesem Modell ist für uns eine interessante Option, die wir weiter ausloten möchten. Entscheidend ist dabei, ob ein solches System für unsere Gemeinde dauerhaft tragfähig, nutzerfreundlich und finanziell vertretbar umsetzbar ist.

Solche bedarfsgerechten Angebote können insbesondere in dünner besiedelten Ortsteilen eine echte Alternative zum privaten Pkw sein und Mobilität auch für Menschen ohne eigenes Auto ermöglichen. Parallel dazu möchten wir bestehende Haltestellen barrierefrei ausbauen und den Zugang zum ÖPNV insgesamt verbessern. Mobilität soll in Morsbach für alle möglich und bezahlbar sein – unabhängig vom Alter, Wohnort oder Einkommen.

Bürgerbus und neue Modelle vor Ort
Ein weiterer wichtiger Baustein in der Mobilitätsstrategie für Morsbach ist der Bürgerbus. Dieses ehrenamtlich getragene Angebot ist für viele Menschen ein unverzichtbarer Teil ihrer Mobilität – besonders im Alter oder in abgelegeneren Ortsteilen. Wir möchten dieses Angebot ausdrücklich erhalten, stärken und fördern. Der Bürgerbus ist für uns ein tragender Pfeiler der Nahmobilität in unserer Gemeinde und ein gutes Beispiel für gelebtes Ehrenamt mit direktem Nutzen für die Bevölkerung.

11. Digitalisierung & Verwaltung – Effizient, bürgernah und für alle erreichbar

Digitalisierung ist eines der zentralen Zukunftsthemen – auch für Morsbach. Eine moderne, digitale Verwaltung bedeutet mehr Service, mehr Transparenz und mehr Bürgernähe. Gleichzeitig darf Digitalisierung nicht zu Ausgrenzung oder Überforderung führen. Unser Ziel ist deshalb eine ausgewogene, menschliche und durchdachte Digitalstrategie für unsere Gemeinde.

Digitalisierung als Chance für Morsbach
Die Digitalisierung öffnet Kommunen neue Wege: Sie macht Verwaltungsabläufe effizienter, spart Zeit und Ressourcen, und verbessert die Erreichbarkeit der Verwaltung – unabhängig von Öffnungszeiten oder Wohnortnähe. Schon heute sind in Morsbach erste digitale Angebote verfügbar. Doch wir möchten mehr: Eine digitale Verwaltung, die konsequent weiterentwickelt und strukturiert ausgebaut wird.

Dabei stehen Nutzerfreundlichkeit, Transparenz und Serviceorientierung im Vordergrund. Digitale Prozesse sollen den Bürgerinnen und Bürgern echte Vorteile bringen – ohne kompliziert zu sein. Unsere Vision ist eine moderne Verwaltung, die nicht nur technisch auf der Höhe ist, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Hybride Verwaltung: Digital UND persönlich
Nicht jeder möchte oder kann digitale Wege nutzen. Deshalb setzen wir ganz bewusst auf das Modell der hybriden Verwaltung. Es soll jederzeit möglich sein, Anliegen auch klassisch – persönlich, telefonisch oder schriftlich – zu erledigen. Das gilt besonders für Menschen, die weniger digital unterwegs sind oder persönlichen Kontakt schätzen.

Digitalisierung darf nicht zur Barriere werden, sondern muss Inklusion ermöglichen. Wir möchten niemanden ausschließen oder unter Druck setzen. Wer den Weg ins Rathaus sucht, soll dort auch künftig freundliche Ansprechpartner und kompetente Hilfe finden. Digitalisierung ist ein Angebot – kein Zwang.

Verwaltungsprozesse vereinfachen und Ressourcen freisetzen
Wir wollen den/die zukünftige(n) Bürgermeister(in) ermutigen, auch die internen Strukturen und Abläufe in der Verwaltung unter die Lupe zu nehmen. Viele Verwaltungsprozesse sind über Jahre gewachsen, teilweise zu komplex oder nicht mehr zeitgemäß. Hier sehen wir großes Potenzial.

Durch Prozessvereinfachungen, Digitalisierung von Routineaufgaben und besser abgestimmte Abläufe können wir Verwaltungsarbeit effektiver gestalten. Das schafft nicht nur mehr Effizienz, sondern entlastet auch die Mitarbeitenden. So entstehen neue Freiräume für Aufgaben mit direktem Bürgerkontakt, für Projektarbeit oder Beteiligungsprozesse.

Unser Ziel ist eine Verwaltung, die schneller reagieren kann, weniger bürokratisch wirkt und ihre personellen Ressourcen sinnvoll einsetzt.

Eine moderne und nutzerfreundliche Gemeindehomepage
Die Webseite der Gemeinde ist das digitale Eingangstor für Bürgerinnen und Bürger. Aktuell ist sie weder besonders übersichtlich noch inhaltlich auf dem neuesten Stand. Wir setzen uns deshalb für eine vollständige Überarbeitung und Neustrukturierung ein.

Die neue Webseite soll einfach navigierbar, barrierefrei und mobil nutzbar sein. Inhalte müssen regelmäßig gepflegt und aktualisiert werden, damit sie als verlässliche Informationsquelle dienen. Neben klassischen Verwaltungsinfos soll die Homepage auch Einblicke in das Leben in Morsbach bieten – transparent, lebendig und serviceorientiert.

Digitale Formate für Transparenz und Beteiligung
Eine moderne Kommune lebt nicht nur von Entscheidungen, sondern auch von Kommunikation. Uns ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger regelmäßig und verständlich über die Entwicklungen in Morsbach informiert werden. Deshalb möchten wir neue digitale Formate einführen, die den Austausch stärken und Einblicke in das kommunale Geschehen ermöglichen – unter dem Leitsatz: „Was tut sich in Morsbach?“.

Durch verständlich aufbereitete Inhalte – etwa in Form von kurzen Videozusammenfassungen, digitalen Beiträgen oder regelmäßigen Nachrichten aus der Verwaltung – soll die politische Arbeit für alle nachvollziehbar werden. Diese Formate sind nicht als Bühne für politische Selbstdarstellung gedacht, sondern sollen sachlich, neutral und barrierefrei informieren. Sie richten sich an alle, die mitreden, mitdenken und mitgestalten wollen – unabhängig vom politischen Interesse oder Vorwissen.

Auch digitale Rückmeldungen und Hinweise aus der Bürgerschaft sollen in Zukunft einfacher möglich sein. So entsteht ein echter Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Bevölkerung – unkompliziert, transparent und respektvoll. Auf diese Weise möchten wir das Vertrauen stärken, Beteiligung erleichtern und das Gemeinschaftsgefühl in unserer Gemeinde weiter fördern.

12. Bürgerbeteiligung & Demokratie

Mehr Offenheit, mehr Mitwirkung, mehr Vertrauen
Eine lebendige Demokratie lebt von der Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger. In einer modernen Gemeinde wie Morsbach müssen politische Entscheidungen, Verwaltungsabläufe und Informationsflüsse transparent, verständlich und zugänglich gestaltet werden. Nur wenn Menschen nachvollziehen können, was entschieden wird, warum es entschieden wird und wie sie sich einbringen können, entsteht echtes Vertrauen in die Politik und in die Verwaltung. Unser Ziel ist eine Beteiligungskultur, die alle mitnimmt – unabhängig von Alter, Herkunft oder Bildungsstand.

Einführung einer regelmäßigen Bürgermeistersprechstunde
Der direkte Austausch mit der Gemeindeverwaltung ist ein zentrales Element bürgernaher Politik. Wir wollen deshalb regelmäßige Bürgermeistersprechstunden einführen – sowohl in Präsenz als auch digital. In diesen offenen Sprechstunden können Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen, Fragen oder Ideen persönlich mit dem Bürgermeister besprechen. Diese niedrigschwelligen Gespräche sollen monatlich stattfinden und an wechselnden Orten – z. B. in Ortsteilen oder Vereinsheimen – angeboten werden. Zusätzlich können auch themenbezogene Bürgerforen organisiert werden, z. B. zu Schulentwicklung, Klimaschutz oder Bauplanung.

Verständliche Kommunikation: Einfache Sprache und Barrierefreiheit
Wir setzen uns für eine Verwaltung ein, die alle Menschen erreicht – auch sprachlich. Dazu gehört der konsequente Einsatz von einfacher Sprache bei Mitteilungen, Formularen, Einladungen und Informationsbroschüren. Besonders für Menschen mit Leseschwierigkeiten, Menschen mit kognitiven Einschränkungen, Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund schafft dies bessere Teilhabe. Darüber hinaus wollen wir Dokumente, wo sinnvoll, auch in mehreren Sprachen und in barrierefreien digitalen Formaten zur Verfügung stellen – z. B. in Formaten, die von Screenreadern ausgelesen werden können.

Digitale Ideenplattform für Anregungen und Wünsche
Ideen, Vorschläge oder Hinweise aus der Bürgerschaft sollen einfach und unkompliziert eingebracht werden können. Wir setzen uns für eine digitale Ideen- und Hinweisplattform ein – nach dem Vorbild eines „Mängelmelders“, aber mit dem Fokus auf Gestaltung statt nur Verwaltung. Ob Verbesserungsvorschläge für Spielplätze, Ideen für Veranstaltungen oder Anregungen zur Verkehrsführung: Über die Plattform können Bürger direkt ihre Anliegen melden und Vorschläge teilen. Alle eingereichten Beiträge werden öffentlich einsehbar gemacht, kommentiert und bei Relevanz in politische Prozesse eingespeist – ein echter Mitmach-Kanal für alle.

Einbindung von Experten und sachkundigen Einwohnern in Ausschüsse
Gute Entscheidungen basieren auf fundiertem Wissen und einem realitätsnahen Blick auf die Themen vor Ort. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Ausschussarbeit punktuell und themenabhängig durch sachkundige Einwohnerinnen und Einwohner sowie externe Fachleute zu ergänzen. Wenn in einem Ausschuss komplexe Fragen behandelt werden – etwa zu Umwelt- und Klimaschutz, zur Jugendarbeit, zur Kulturentwicklung oder zur sozialen Teilhabe –, sollen verstärkt Menschen mit entsprechender Expertise beratend eingebunden werden.

Die Einbindung erfolgt gezielt, abhängig vom jeweiligen Thema und Bedarf. Ziel ist es, das Erfahrungswissen aus Vereinen, Initiativen, Fachverbänden oder beruflicher Praxis stärker in die kommunalen Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. So gelingt es, Diskussionen zu bereichern, die Qualität der Entscheidungen zu verbessern und gleichzeitig mehr Menschen aktiv am politischen Gestaltungsprozess zu beteiligen – jenseits parteipolitischer Interessen.

Agenda Morsbach 2050 – mit breiter Bürgerbeteiligung
Wir denken weiter als bis zur nächsten Wahlperiode. Mit der „Agenda Morsbach 2050“ wollen wir einen breit angelegten Leitbildprozess starten, um unsere Gemeinde langfristig strategisch aufzustellen – in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Umwelt, Bildung, Verkehr, Digitalisierung und Zusammenleben. Dieser Prozess soll von Anfang an gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden: mit Werkstätten, Online-Beteiligungen, Jugendformaten und Quartiersdialogen. Ziel ist ein Leitbild, das Vision und konkrete Handlungsperspektive zugleich ist – und das die Gemeinde über Jahre hinweg begleiten und orientieren kann.

13. Öffentliche Sicherheit und Ordnung / Brand- und Katastrophenschutz

Kooperation für mehr Sicherheit vor Ort
Die Gemeinde trägt eine zentrale Verantwortung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Wir begrüßen ausdrücklich die Ordnungspartnerschaft mit dem Oberbergischen Kreis, die eine koordinierte Umsetzung von Aufgaben wie Gefahrenabwehr, Überwachung und Prävention ermöglicht. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem kommunalen Ordnungsamt, dem Kreisordnungsamt und der Polizei ist dabei unerlässlich. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Partnerschaft auch künftig erhalten bleibt und bei Bedarf weiter ausgebaut wird – damit alle Bürgerinnen und Bürger vor Ort verlässliche und erreichbare Ansprechpartner haben.

Vorbeugender Brandschutz und Katastrophenvorsorge
Im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes wurden in den letzten Jahren wichtige Maßnahmen ergriffen, etwa zur Verbesserung der Löschwasserversorgung. Diese Fortschritte müssen regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden, um dauerhaft ein hohes Schutzniveau sicherzustellen. Mit Blick auf den Klimawandel rücken Extremwetterlagen stärker in den Fokus: Stürme, Waldbrandgefahr in trockenen Sommern sowie Starkregenereignisse erfordern angepasste Schutzkonzepte. Die Verwaltung hat hier bereits gut vorgearbeitet – etwa bei der Koordination von Spontanhelfenden. Um handlungsfähig zu bleiben, braucht es jedoch einen regelmäßigen Austausch aller Beteiligten: Feuerwehr, Verwaltung, Hilfsorganisationen und Bevölkerung.

Ehrenamt stärken – Feuerwehr zukunftsfähig aufstellen
In Morsbach engagieren sich rund 160 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer – eine beeindruckende Zahl und ein starkes Zeichen für das Ehrenamt. Aktuell besteht kein akuter Nachwuchsmangel, was wir sehr positiv bewerten. Damit das so bleibt, unterstützen wir die Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie alle Maßnahmen zur aktiven Nachwuchsförderung.

Die Freiwillige Feuerwehr ist eine tragende Säule der örtlichen Gefahrenabwehr – sie löscht Brände, leistet technische Hilfe und rettet Menschenleben. Wir sehen es als unsere Verantwortung, den Kameradinnen und Kameraden eine zeitgemäße Ausstattung und moderne Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Ausrüstung und Gerätehäuser zukunftsfähig weiterentwickeln
Ein zentrales Anliegen bleibt die Beschaffung eines Hubrettungsfahrzeugs (Drehleiter). Wir befürworten diesen Schritt seit Jahren, da ein solches Fahrzeug nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung erhöht, sondern auch den Eigenschutz der Einsatzkräfte entscheidend verbessert. Zudem eröffnet eine Drehleiter neue städtebauliche Perspektiven: In einigen Wohngebäuden kann durch den Wegfall eines baulich erforderlichen zweiten Rettungsweges zusätzlicher Wohnraum entstehen – etwa durch den Ausbau von Dachgeschossen oder die Nachverdichtung im Bestand. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Innenentwicklung und zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum.

Auch die bauliche Situation der Feuerwehrgerätehäuser ist ein dauerhaftes Thema. Die Gebäude erfüllen ihre Aufgaben, sind den heute geltenden höheren technischen und sicherheitsbezogenen Standards, deren vollständige Umsetzung im Bestand oft nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand oder gar nicht realisierbar sind, nicht mehr gewachsen. In manchen Fällen wären dafür komplette Neubauten erforderlich – das bringt die Gemeinde jedoch an den Rand der finanziellen Möglichkeiten.

Wir setzen deshalb auf einen pragmatischen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema. Gemeinsam mit der Feuerwehr und der Verwaltung wollen wir regelmäßig prüfen, welche Maßnahmen notwendig und wirtschaftlich vertretbar sind. Wo Sanierungen zwingend sind, sollen sie zielgerichtet und im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt werden – mit dem Fokus auf Sicherheit, Funktionalität und eine solide Ausstattung der Einsatzkräfte.Wo Sanierungen nicht ausreichen oder wirtschaftlich nicht darstellbar sind, schließen wir auch Neubauten als letzte, aber notwendige Option nicht aus.

Sicherheit hat Vorrang
Für uns gilt: An der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger – und der Einsatzkräfte – darf nicht gespart werden. Wir stehen an der Seite unserer Feuerwehr und sichern unsere volle politische Unterstützung bei der Umsetzung von Schutz- und Ausrüstungskonzepten zu.

14. Tourismus weiterdenken – für Gäste, Gemeinschaft und regionale Impulse

Hohe Hardt stärken – Natur, Aussicht und Gastlichkeit verbinden
Die Hohe Hardt ist nicht nur der „Hausberg“ Morsbachs, sondern einer der schönsten Aussichtspunkte der Region. Der 35 Meter hohe Aussichtsturm bietet bei gutem Wetter einen beeindruckenden Rundumblick – über das Morsbacher Bergland, das Bergische Land, den Westerwald, das Siegerland und das Siebengebirge. Bereits seit 2022 ergänzt der Skywalk dieses Panoramaerlebnis: eine barrierearme Aussichtsplattform, die vom Heimatverein Morsbach geschaffen wurde und auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen eine eindrucksvolle Perspektive eröffnet.

Gemeinsam mit den gut ausgebauten Wanderwegen, dem nahegelegenen Autowandererparkplatz und dem Startplatz der Gleitschirmflieger ist die Hohe Hardt bereits heute ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Naturfreunde und Familien.

Dieses Potenzial möchten wir gezielt weiterdenken – mit einem Ort, der Naturerlebnis, regionale Identität und Gastfreundschaft verbindet.

Wir können uns gut vorstellen, in unmittelbarer Nähe des Aussichtsturms ein kleines gastronomisches Angebot zu schaffen – etwa im Stil einer Alm oder Hütte mit regionalem Charakter, wie sie beispielsweise an der Panoramahütte am Blockhaus erfolgreich betrieben wird. Typische, bodenständige Gerichte wie man sie von einer Almhütte kennt, ein Ort zum Rasten, Genießen und Verweilen: Ein solches Angebot würde nicht nur Turm und Skywalk aufwerten, sondern auch das gastronomische Gesamtangebot in Morsbach sinnvoll ergänzen – ohne in Konkurrenz zu bestehenden Betrieben zu treten. Im Gegenteil: Es könnte neue Gäste anziehen und damit auch die Gastronomie im Ort zusätzlich beleben.

Wir setzen uns dafür ein, die Möglichkeiten für ein solches Projekt verantwortungsvoll zu prüfen – gemeinsam mit potenziellen Betreiberinnen und Betreibern sowie unter Einbindung der Bürgerschaft. Ziel ist ein stimmiges, naturverträgliches Konzept, das die Hohe Hardt sinnvoll ergänzt und unsere Gemeinde stärkt – als Naherholungsziel, als Treffpunkt und als Ort der Begegnung.

Zukunft der Jugendherberge sichern
Die Jugendherberge in Morsbach war über viele Jahre hinweg ein belebter Ort für Schulklassen, Vereine, Familien, Wandergruppen und Gäste aus ganz Deutschland. Seit ihrer Schließung im Jahr 2018 steht das Gebäude leer – obwohl die Übernachtungszahlen mit über 20.000 pro Jahr in den Jahren zuvor das große Potenzial dieser Einrichtung deutlich gemacht haben. Mittlerweile ist klar: Ohne konkrete Maßnahmen durch die Gemeinde droht das Gebäude weiter zu verfallen. Die Bausubstanz verschlechtert sich zunehmend, und mit jedem Jahr wird eine Wiederbelebung schwieriger und teurer.

Wir sind überzeugt: Eine wiedereröffnete Jugendherberge wäre ein echter Gewinn – nicht nur für den Tourismus, sondern auch für das örtliche Gewerbe. Denn die Gäste, die nach Morsbach kommen, bringen direkte wirtschaftliche Impulse mit. Sie besuchen die Gastronomie, nutzen den Einzelhandel, erkunden die Umgebung und nehmen Freizeitangebote wahr. Gerade für Restaurants, Cafés, Bäcker oder auch kleinere Geschäfte im Ortskern wäre die Rückkehr eines solchen frequentierten Hauses ein wichtiger Frequenzbringer.

Da sich bislang kein privater Investor gefunden hat, fordern wir: Die Gemeinde muss nun selbst handeln. Denkbar ist der Betrieb durch eine kommunale Tochtergesellschaft oder der Erwerb und die Sanierung des Gebäudes durch die MEG, mit anschließender langfristiger Verpachtung an einen geeigneten Betreiber. Das Interesse an einem solchen Modell ist grundsätzlich vorhanden – vorausgesetzt, die Gemeinde übernimmt die nötigen Investitionen zur Wiederinbetriebnahme.

Ergänzend sollte auch geprüft werden, ob zusätzliche Flächen im Umfeld für einen kleinen, naturnahen Campingplatz erschlossen werden können. Die Kombination aus Jugendherberge und Campingmöglichkeit würde das touristische Angebot deutlich erweitern und neue Zielgruppen ansprechen – von Radreisenden bis hin zu Familien oder Gruppen, die eine preisgünstige und naturnahe Übernachtungsform suchen. So entstünde ein vielfältiger Standort für Bildung, Freizeit und Erholung.

Eine modernisierte Jugendherberge stärkt Morsbach als familienfreundlichen, bildungsnahen und gastfreundlichen Ort. Sie bringt Leben, Kaufkraft und Sichtbarkeit – für das Gewerbe, die Gastronomie und das Gemeindebild insgesamt. Es ist an der Zeit, dieses Potenzial wieder zu aktivieren. Allerdings gilt für uns auch hier: analysieren, planen, fördern – erst dann entscheiden. Schnellschüsse oder rein spekulative Käufe wird es mit uns nicht geben.

15. Gemeinsam Morsbach gestalten – mit Verantwortung und Augenmaß

Mit diesem Programm legen wir offen, wie wir uns die Zukunft unserer Gemeinde vorstellen. Es ist keine Wunschliste, sondern ein realistischer Plan mit klaren Zielen, durchdachten Maßnahmen und konkreten Ideen. Es zeigt, wofür die BFM-UBV steht: für eine sachorientierte, parteifreie Kommunalpolitik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientiert – nicht an ideologischen Vorgaben oder parteipolitischen Interessen.

Gleichzeitig ist uns bewusst: Die Umsetzung der hier skizzierten Vorhaben hängt von vielen Faktoren ab. Morsbach steht – wie viele andere ländliche Kommunen – unter erheblichem finanziellem Druck. Die Steuerkraft der Gemeinde, die konjunkturelle Entwicklung, gesetzliche Rahmenbedingungen und die Verfügbarkeit von Fördermitteln auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene spielen eine zentrale Rolle. Auch unvorhersehbare Ereignisse wie Krisen, Preisentwicklungen oder Naturereignisse können Planungen verzögern oder neu ausrichten.

Deshalb ist für uns klar: Gute Kommunalpolitik braucht beides – klare Ziele und die Bereitschaft, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. Nicht alles wird gleichzeitig und sofort umsetzbar sein. Aber mit einem klugen Prioritätenmanagement, einem offenen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und einem verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen kann viel erreicht werden – Schritt für Schritt.

Was wir versprechen können, ist Haltung: Wir werden uns weiterhin mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass Morsbach lebendig, sozial, zukunftsfähig und gerecht bleibt. Dass alle Ortsteile gesehen werden. Und dass politische Entscheidungen nachvollziehbar, transparent und im Sinne des Gemeinwohls getroffen werden.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, diesen Weg mit uns zu gehen – kritisch, engagiert, konstruktiv. Denn nur gemeinsam können wir unsere Gemeinde weiterentwickeln – für heute und für die kommenden Generationen.

BFM-UBV Bürgerbewegung für Morsbach
Klaus Solbach
Solseifen 1, 51597 Morsbach
Telefon: 02294 / 1865, Email: info@bfm-morsbach.de